Der Kreisligist beweist in den Finalspielen Nervenstärke pur und holt den Bezirkstitel erstmals im neuen Jahrtausend nach Regensburg. Pfreimd wird Zweiter, Kosova Dritter.

 

Der oberpfälzer Hallen-Bezirksmeister ist gekürt: der SV Burgweinting hat sich am Sonntagabend den Titel mit einem Finaltriumph über die SpVgg Pfreimd gesichert. Der Regensburger Kreisligist bewies Nervenstärke pur, als er Sekunden vor Schluss durch seinen Keeper zum Ausgleich kam und sich anschließend mit 4:2 im Sechsmeterschießen durchsetzen konnte. Damit vertritt Burgweinting, der erste Regensburger Kreismeister seit 20 Jahren, die Oberpfalz bei der „Bayerischen“ kommenden Samstag in Neustadt an der Saale.

 

Die Freude ins Gesicht geschrieben war Burgweintings Chefcoach Gregor Mrozek. Er sprach kurz nach dem finalen Pfiff bei der 35. Oberpfälzer Hallenmeisterschaft von einem „qualitativ richtig gutem“ Turnier, das seine Schützlinge letztlich verdient gewonnen hätten. „Ich denke, wir haben wunderbare Spiele gesehen. Jeder einzelne der Mannschaft hat heute einen klasse Tag hingelegt“, sagte Mrozek, um bereits auf den Landesentscheid am Samstag zu blicken: „Für die Jungs ist das ein Riesenhighlight. Wir lassen den Erfolg heute erstmal sacken und werden dann versuchen, das Beste rauszuholen und die Oberpfalz gut zu vertreten.“


Burgweintings Keeper wird zum Matchwinner

All die Spannung und Dramatik, die den siebenstündigen Turniertag geprägt hatte, bündelte sich noch einmal im Endspiel um die Bezirkskrone. Dieses entwickelte sich zu einer wahren Nervenschlacht. Bis zwei Minuten vor Schluss beackerten sich beide Teams, ohne das Tor zu treffen. Dann brachte Bastian Lobinger seine SpVgg Pfreimd per Zehnmeter in Führung und es schien, als würde der Schwandorfer Bezirksligist seinen Triumph von 2016 wiederholen können. Doch dann schlug die Stunde von Vasile Giurcanu. Burgweintings Keeper stellte 19 Sekunden vor der Schlussirene per gezieltem Flachschuss alles wieder auf Null, um im Sechsmeterschießen mit einer Parade beim letzten Pfreimder Schützen, Stefan Schießl, zum Helden zu avancieren.

Schon während der Vorrunde war es heiß hergegangen. Wie eng die Teams in Sachen Qualität doch beieinander lagen, dafür war der FC Kosova Regensburg ein gutes Beispiel. Der Regensburger Hallenchampion kämpfte erst den SV Schwarzhofen, seinerseits Meister der Futsal-Bezirksliga, mit 2:0 nieder, um in seinem zweiten Spiel gegen die junge Kreisliga-Mannschaft der SpVgg SV Weiden mit demselben Ergebnis das Nachsehen zu haben. Früh war klar: an diesem Tag konnte viel passieren.

Der Spannungsbogen war also früh aufgespannt. Und je länger die Vorrunde vorangeschritten war, desto spannender wurde es. Nach dem dritten „Spieltag“ hatten in beiden Gruppen noch vier der fünf Mannschaften aussichtsreiche Chancen aufs Weiterkommen. Für eine Überraschung, allerdings negativer Art, sorgte der Titelverteidiger. Der TB 03 Roding agierte vor allem hinten zu anfällig, holte in seiner Gruppe nur einen Zähler und flog frühzeitig raus. Durchsetzen konnten sich andere. In der Gruppe B waren das die SpVgg SV Weiden mit zehn und Kosova Regensburg mit neun Punkten. Neben Roding hatten der Drittplatzierte SV Schwarzhofen sowie der 1. FC Neunburg v.W. das Nachsehen.

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Nicht nur als Ausrichter, sondern auch auf dem Parkett, eine richtig gute Figur machte von Anfang an der SV Burgweinting. In vier Spielen schoss dieser 14 Treffer und zog mit zehn Zähler als Gruppensieger ins Halbfinale ein. Gefolgt von den Pfreimdern, die gegen Burgweinting 1:1 spielten, die restlichen Gegner aber ebenfalls in die Schranken weisen konnte. Auf den Plätzen folgten die SpVgg Vohenstrauß, der TSV Oberisling und der TV Hemau.

Kosova wird Dritter

Im Halbfinale mussten sich Weiden und Kosova Regensburg geschlagen geben. All ihre Routine spielte die erfahrene Pfreimder Truppe gegen Weiden aus. Bastian Lobinger brachte seine Farben früh in Font, Spielertrainer Christian Most erhöhte nach sechs Minuten auf 2:0. Stefan Schießl machte kurz vor Schluss alles klar, Lukas Wiesnets Anschlusstor kam zu spät für die junge Weidener Truppe.

Anschließend trafen die beiden verbliebenen Regensburger Anwärter auf den Titel, Burgweinting und der FC Kosova, aufeinander. Es entwickelte sich ein ständiges Hin und Her, einzig die Tore fehlten. Lorenz Krauß schoss Burgweinting schließlich in Führung, doch Kosova bewies Moral und rettete sich durch Enkel Alikajs Ausgleichstor ins Penaltyschießen. Hier bewiesen die Burgweintinger die besseren Nerven und zogen ins Finale ein. Für den Regensburger Kreismeister langte es wenigstens zu Platz drei. Im „kleinen Finale“ verwies man Weiden per verdientem 3:1-Sieg auf Platz vier.

Drei Akteure wurden auf der anschließenden Siegerehrung noch besonders geehrt: neben Burgweintings Vasile Giurcanu waren das Maik Holzreiter, ebenfalls vom neuen Titelträger, der sich mit sechs Treffern die Torjägerkrone aufsetzte und Pfreimds Dennis Lobinger als bester Spieler des Turniers.